Peter, Paul und die Parallele Laufbahn Karriere mit Lehre bei Geberit

Paul und Peter Harm ((c) Geberit)

Im österreichischen Werk in Pottenbrunn bei St. Pölten sind zwei 24-Jährige Männer tätig, die vieles verbindet. Sie begannen zeitgleich die Lehre bei Geberit und übernehmen nun auch fast zeitgleich eine Führungsposition. Dabei haben sie ganz unterschiedliche Jobs.

Sie heißen Paul und Peter – und haben neben dem Anfangsbuchstaben im Vornamen noch ganz viele andere Gemeinsamkeiten. Die beiden begannen am selben Tag im Jahr 2013 ihre Lehre bei Geberit in Pottenbrunn. Und sie übernehmen beide im Jahr 2022 ihre erste Führungsfunktion in derselben Firma. Nicht zu vergessen: Sie tragen auch denselben Nachnamen. Peter und Paul Harm sind Zwillinge.

Die Brüder Peter und Paul über ihre berufliche Laufbahn Im Interview

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Ähnlich, aber nicht deckungsgleich

Dass Peter und Paul Harm zeitgleich bei derselben Firma ihre Lehre begannen, liegt zwar ein bisschen am selben Geburtsdatum, aber auch am Zufall. Denn während sich Peter für eine Doppellehre als Kunststoffformgeber und Werkzeugbauer entschied, absolvierte sein Bruder Paul eine Ausbildung als Kunststofftechniker. Das klingt zwar ähnlich, ist aber keineswegs derselbe Job. Nach dem Ende ihrer Ausbildung arbeiteten sie auch beide in verschiedenen Bereichen weiter – Peter im Werkzeugunterhalt, Paul bei den Spritzgussmaschinen als Einrichter.

«Ich bin näher an den Lernenden dran.»
Peter Harm

Die beiden Karrieren verlaufen parallel, aber nicht deckungsgleich. Paul Harm sagt, er sehe seinen Bruder eigentlich gar nicht so oft, auch wenn sie nur zwei Kilometer auseinander wohnen und im selben Haus arbeiten. «Das hängt halt auch mit dem Schichtbetrieb zusammen», sagt er.

Respektive daran, dass Peter Harm mittlerweile gar nicht mehr im Schichtbetrieb arbeitet. Seit Januar 2022 ist er Lehrlingsausbilder, betreibt die Lehrlingswerkstatt, gibt Kurse und Eins-zu-Eins-Betreuung für die Lernenden. Jemand vom HR hatte ihn angefragt, ob er den Job übernehmen wolle. «Das kam überraschend», sagt er. Per Januar 2022 trat er die neue Stelle an – und das sei «eine voll gute Entscheidung gewesen».

«Ich bringe einen anderen Blickwinkel mit.»
Paul Harm

Ein bisschen mehr Zeit liess sich sein Bruder Paul Harm. Er arbeitete an verschiedenen Produktionslinien, bis die Anfrage kam, ob er die Leitung der Linie 1, auf der die Elektromuffen hergestellt werden, übernehmen wolle. Von der Linie hatte er noch keine Ahnung, begann sich im Frühling deshalb erst einmal einzuarbeiten. Im September fängt er an, den heutigen Linienchef bei seinem Job zu unterstützen, ab 2023 wird er die Linie dann selber leiten.

Paul Harm sieht in dieser Übernahme Vorteile für alle Beteiligten, auch wenn die bisherigen Mitarbeitenden natürlich mehr spezifische Erfahrung hätten. «Ich kann von ihnen viel lernen, zugleich bringe ich aber einen anderen Blickwinkel und Erfahrungen aus anderen Produktionsbereichen mit.» Er freue sich sehr auf diese Herausforderung, die eben zugleich eine Chance sei.

Bei seinem Bruder Peter Harm gibt es eine ganz ähnliche Konstellation. Er führt die Lernenden gemeinsam mit seinem deutlich älteren Kollegen Heinz Amberger. «Seine Erfahrung ist Gold wert», sagt Peter Harm. «Meine Stärke ist, dass ich vom Alter her näher an den Lernenden dran bin und ihre spezifischen Situationen dadurch vielleicht besser nachvollziehen kann.» Diese Mischung passe sehr gut. Und was ihn zusätzlich reizt, ist die Arbeit mit Menschen. Er sagt: «Wenn ich es schaffe, jungen Leuten etwas mitzugeben, was sie brauchen können, dann habe ich vermutlich alles richtig gemacht.»